Wie KMUs von einem Energiemanagement nach ISO 50001 profitieren können

Kommentar von Aaron Keuschnig, www.shifttanks.at 

Die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz rücken immer weiter in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft und werden eher früher als später auch Klein- und Mittelunternehmen (KMU) dazu zwingen ihre Firmenpolitik zu überdenken. Durch den europäischen Green Deal wird diesen Themen auch ein gesetzlicher Rahmen vorgegeben. Beispielsweise wird die CO2-Bepreisung dazu führen, dass mittelfristig die Kosten für fossile Energie steigen werden. Außerdem wird die Ausschüttung von Förderungen in Zukunft noch stärker an die Erfüllung von Nachhaltigkeitskriterien geknüpft sein.

Warum also warten, um Nachhaltigkeit in Ihr Unternehmen zu integrieren, wo es doch jetzt schon viele Schrauben gibt, an denen gedreht werden kann? Eine dieser Schrauben möchten wir Ihnen auf der folgenden Seite vorstellen.

Energie ist ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit von KMUs. Eine mögliche Lösung, um den Energieverbrauch systematisch zu erfassen, zu analysieren und zu optimieren, ist die Einführung eines Energiemanagementsystems (EnMS) nach dem internationalen Standard ISO 50001. Es handelt sich dabei um einen systematischen Ansatz zur Verbesserung der energiebezogenen Leistung Ihres Unternehmens, wobei die drei Kernthemen Energieeffizienz, Energieeinsatz und Energieverbrauch kontinuierlich verbessert werden. Einige Vorteile (exemplarisch) sind:

·         Kosteneinsparungen durch einen effizienteren Umgang mit Energie

·         Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit durch eine bessere Positionierung am Markt

·         Erfüllung gesetzlicher Anforderungen oder Förderkriterien im Bereich Energie

·         Reduzierung von Treibhausgasemissionen und anderen Umweltauswirkungen durch einen geringeren Energieverbrauch

·         Steigerung der Mitarbeitermotivation und des Kundenvertrauens durch ein klares Bekenntnis zu Nachhaltigkeit

Um KMUs dabei zu unterstützen ein wirksames EnMS einzuführen, besteht die Möglichkeit über die Förderbank Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) eine Förderung von bis zu 50.000€ zu beantragen. So können 50 Prozent der Kosten für externe Schulungsleistungen und Beratungen im Zusammenhang mit dem Aufbau eines EnMS gedeckt werden. Außerdem werden 30 Prozent der Kosten für aktivierbare Investitionen wie zum Beispiel die Anschaffung von Messeinrichtungen gefördert. Die Digitalisierung bietet dabei neue Ansätze für ein effektives EnMS. Durch den Einsatz moderner Technologien wie Sensoren, Smart Meter oder Cloud-Lösungen können Energieflüsse transparenter gemacht, Daten analysiert und Prozesse automatisiert werden. Dies ermöglicht eine bessere Überwachung und Steuerung des Energieverbrauchs sowie eine Anpassung an veränderte Bedingungen oder Anforderungen.

Eine Zertifizierung nach ISO 50001 wird ebenfalls unterstützt, ist aber keine Verpflichtung.

Best-Practice Beispiel:

Katz&Klumpp, ein holzverarbeitender Betrieb aus Fürnitz in Kärnten, konnte durch die Einführung eines EnMS, gefördert durch die aws, signifikante und schnelle Erfolge erzielen. Durch die Identifikation jener Verbraucher mit dem größten Einsparungspotential konnten bereits durch vorläufige Erstmaßnahmen 80.000 kWh im Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eingespart werden. Das gesamte Einsparungspotential für den Hauptprozess liegt bei etwa 350.000 kWh pro Jahr, was in etwa einem Drittel des gesamten Energiebedarfs des Unternehmens entspricht. Durch die Umsetzung weiterer Maßnahmen, wie der Umrüstung der Fenster und das konsequente Schließen nicht benötigter Druckluftanschlüsse kann der Energieverbrauch um weitere 30.000 kWh verringert werden.


Im Doppelpack unschlagbar